Das Schönste wäre ja, wenn ich jenes unbewusste Empfinden, was manchmal leicht und lieblich in mir summt, figürlich ausdrücken könnte.
„Malen unter freiem Himmel“
„Malen unter freiem Himmel“ war das Motto der Worpsweder Künstler, die Ende des 19. Jahrhunderts nach neuen Ausdrucksformen suchten. Diesem Genre hat sich auch Oskar Brunner auf den von ihm geführten Malreisen zugewandt. Erstmalig bot er in diesem Jahr eine Malreise nach Worpswede ins Teufelsmoor an. Die Resonanz war groß. Im Laufe des 05. Juli 2008 traf eine malwillige, fröhliche und sehr homogene Gruppe im Galerie-Hotel „Haar“ ein. Schon am ersten Abend während der Vorstellungsrunde wurde deutlich, dass alles „passte“. Einige kannten sich von früheren Malreisen, Neulinge wurden sofort integriert. Die Abende auf der Terrasse waren schnell fester Bestandteil der Malwoche, und ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal so viel gelacht habe wie in dieser Woche. Wir haben natürlich auch gemalt und wandelten auf den Spuren Vogelers, Modersohns und Mackensens, denen wir auf einer Führung durch das alte Worpswede und auf den Weyerberg sehr nahe waren. Die Moorlandschaft ist mit ihrem ganz besonderen Licht und den herrlichen Farben für malende Menschen sehr reizvoll. Wenn auch große Teile kultiviert sind, so finden sich doch zwischen Wümme und Hamme immer wieder unwegsame und romantische Plätze. Dieser Eindruck verstärkte sich für uns auf einer abendlichen Kahnfahrt, die unvergesslich bleiben wird. Unser Skipper würzte die Tour mit vielen Anekdötchen und geschichtlichen Querverweisen, die Einblicke in das Leben der legendären Künstlerkolonie gewährten. Besonders reichhaltig war das kulturelle Angebot. Neben einem Jazzabend stand auch ein Theaterabend auf dem Programm. „Paula und Frida“ luden in den Garten des Barkenhoff ein. Im Barkenhoff selbst erwartete uns eine Ausstellung zum Leben und Schaffen Heinrich Vogelers, dessen vielseitige Begabungen und Interessen hier eindrucksvoll manifestiert sind. Ein Besuch der Worpsweder Kunsthalle lohnt sich immer, und bei Paula Modersohn-Becker schauten wir natürlich auch vorbei. Der letzte Tag hatte noch ein besonderes Bonbon für uns bereit. Ein Abstecher nach Fischerhude führte nicht nur in zauberhafte Winkel mit wunderbaren Malmotiven. Wir lernten auch einen der Söhne Otto Modersohns kennen, der uns persönlich durch das Museum am Modersohn-Haus führte. Christian Modernsohn konnte uns viel über seinen Vater erzählen. Der alte Herr malt selbst und öffnete für unsere Malgruppe sogar sein eigenes Atelier! Abends bekochte uns Frau Schwake noch einmal liebevoll, und so mancher von uns nahm etliche Grämmchen mit nach Hause. Der Abschied am nächsten Morgen fiel schwer. Die Woche in Worpswede war für alle Teilnehmer ein ganz besonderes Erlebnis, da das Leben und Schaffen der Worpsweder Künstler immer und jederzeit noch hautnah spürbar ist.
Doris Goerges (Teilnehmerin)
Gespräch und Führung mit Christian Modersohn im Otto Modersohn Museum und Besuch in seinem persönlichen Atelier in Fischerhude. Gedenkstätte von Paula Modersohn gemäss ihrer Tagebucheintragung.
Die Malreise Worpswede bedarf nicht vieler Worte, es war eine fantastische Landschaft und ein toller Kurs. Unsere liebe Doris hat einen wunderschönen stimmungsvollen Reisebericht geschrieben, dem ist nichts hinzuzufügen und Jürgen hat traumhafte Fotos gemacht, eine Auswahl ist hier zu sehen, die für nächstes Jahr (Mal)lust macht. Danke, lieber Jürgen!